METRO in Kernmärkten weiterhin über Marktniveau – Q1 2020/21 geprägt durch Covid-19, jedoch besser als Q3 2019/20 zu Beginn der Pandemie

10. Februar 2021
Das Geschäft der METRO ist im Q1 2020/21 durch die mit COVID-19 verbundenen Einschränkungen für die Gastronomie beeinträchtigt. Die Entwicklung in Kernmärkten wie Deutschland, Frankreich und Italien liegt jedoch weiterhin über Marktniveau.
  • Umsatz und Ergebnis geprägt durch COVID-19-Pandemie
    • Währungsbereinigt gehen die Umsatzerlöse1 um 11,2 % zurück (2019/20: Q1 +1,0 % | Q3 -17,4 %), Konzernumsatz im Q1 2020/21 liegt bei 6,3 Mrd. € (Q1 2019/20: 7,5 Mrd. €)
    • EBITDA bereinigt liegt währungsbereinigt 114 Mio. € oder 23 % unter dem Vorjahr, das berichtete EBITDA beträgt 399 Mio. € (Q1 2019/20: 527 Mio. €)
  • Positives Periodenergebnis2 i.H.v. 99 Mio. € (Q1 2019/20: 121 Mio. €3), Ergebnis pro Aktie liegt bei 0,27 € (Q1 2019/20: 0,33 €2)
  • Prognose für das Geschäftsjahr 2020/21 bestätigt

1 Food Service Distribution ist der Haupttreiber des flächenbereinigten und des gesamten Umsatzes. Gleichzeitig steht die optimale Nutzung
des Filialnetzes, nicht die Filialexpansion im Fokus. Im Ergebnis unterscheiden sich flächenbereinigtes und wechselkursbereinigtes Gesamtumsatzwachstum heute kaum noch. Daher stellen wir künftig primär auf das wechselkursbereinigte Gesamtumsatzwachstum ab
.
2 Entfallend auf METRO Anteilseigner.
3 Fortgeführte Aktivitäten.

Auch hat sich das Q1 2020/21 besser entwickelt als das ebenfalls durch COVID-19 belastete Q3 2019/20 während der 1. Lockdown-Phase. Dabei beträgt der währungsbereinigte Umsatzrückgang im abgelaufenen Quartal 11,2 %. Im vergleichbaren Lockdown-Quartal des Vorjahres war der währungsbereinigte Umsatz noch um 17,4 % rückläufig. Während Russland sich bereits 4 Quartale in Folge deutlich positiv entwickelt und im Q1 2020/21 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 6,3 % verzeichnet, ist insbesondere Westeuropa (ohne Deutschland) von den staatlichen Maßnahmen im Zuge der COVID-19-Pandemie betroffen. Insgesamt hat der Großhändler im Q1 2020/21 einen berichteten Umsatz von 6,3 Mrd. € erzielt (Q1 2019/20: 7,5 Mrd. €). Das EBITDA bereinigt liegt währungsbereinigt 114 Mio. € oder 23 % unter dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA beträgt hingegen 376 Mio. € (Q1 2019/20: 526 Mio. €). Neben staatlichen Maßnahmen im Kontext von COVID-19 tragen auch negative Wechselkursentwicklungen insbesondere der russischen und türkischen Währung zu dem Rückgang bei. Das berichtete EBITDA i.H.v. 399 Mio. € (Q1 2019/20: 527 Mio. €) profitiert von Ergebnisbeiträgen aus Immobilientransaktionen i.H.v. 25 Mio. €. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Veräußerung des letzten verbliebenen Immobilienobjekts des SB-Warenhausgeschäfts.

„Unser 1. Quartal ist erwartungsgemäß durch die 2. COVID-19-Welle geprägt. METRO war darauf gut vorbereitet, so dass die Rückgänge weniger deutlich ausfielen als noch während der 1. Welle. Unsere Kernmärkte wie Deutschland, Frankreich und Italien entwickeln sich weiterhin über Marktniveau und unser Wachstum in Russland erweist sich als nachhaltig. Das bestätigt unsere Annahmen und wir bereiten uns auf die Rückkehr zu einer Normalisierung unseres Geschäfts vor, auch wenn COVID-19 in den kommenden Monaten weiterhin noch Auswirkungen auf unser Geschäft haben wird“, sagt Christian Baier, Co-Vorsitzender und Finanzvorstand der METRO AG.

„Unser besonderer Dank und Respekt gelten der METRO Familie und unseren Partnern. Gemeinsam und mit unermüdlichem Einsatz unterstützen sie nicht nur das Unternehmen, sondern stehen auch voller Leidenschaft und Engagement an der Seite unserer Kunden und unserer Communities“, ergänzt Rafael Gasset, Co-Vorsitzender und COO der METRO AG.

Umsatzentwicklung nach Segmenten

Die einzelnen Segmente der METRO AG sind in ihrer Umsatzentwicklung in unterschiedlichem Maße von der COVID-19-Pandemie betroffen. Die Entwicklung ist abhängig von der Zusammensetzung der Kundengruppen sowie der Dauer und der Intensität der Restriktionen in den jeweiligen Ländern. Die Umsatzentwicklung der HoReCa-Kundengruppe war im Q1 2020/21 deutlich rückläufig. Die Umsätze mit Trader- und insbesondere SCO-Kunden entwickelt sich dagegen positiv.

In Deutschland ging der Umsatz in lokaler Währung und flächenbereinigt im Q1 2020/21 um 4,5 %  zurück. Während METRO Deutschland den HoReCa-Rückgang zu einem relevanten Teil durch die positive Entwicklung des SCO-Geschäfts kompensieren konnte, war Rungis Express stärker von den Restriktionen betroffen. Der berichtete Umsatz ging um 4,4 % zurück.

Der wechselkursbereinigte und der flächenbereinigte Umsatz in Westeuropa (ohne Deutschland) verringerte sich im Q1 2020/21 deutlich um 23,7 %. Insbesondere in Frankreich, Italien und Spanien wirkten sich die staatlich auferlegten Restriktionen im Kontext der COVID-19-Pandemie spürbar negativ aus. Der berichtete Umsatz ging ebenfalls um 23,7 % auf 2,2 Mrd. € zurück.

In Russland entwickelte sich der wechselkursbereinigte Umsatz im Q1 2020/21 mit 6,3 % deutlich positiv. Der flächenbereinigte Umsatz stieg um 6,6 %. Das Umsatzwachstum war getrieben durch die Kundengruppen Trader und SCOs. Der berichtete Umsatz ging aufgrund negativer Wechselkurseffekte um 17,5 % zurück.

In Osteuropa (ohne Russland) sank der wechselkursbereinigte Umsatz um 3,5 %, wobei insbesondere in Polen und der Tschechischen Republik sich die COVID-19 bedingten Restriktionen negativ auswirkten. Währungsbereinigt entwickelten sich die Ukraine und Türkei positiv. Bedingt durch negative Wechselkurseffekte, insbesondere in der Türkei und in der Ukraine, sank der berichtete Umsatz um 12,5 %.

Der wechselkursbereinigte Umsatz in Asien verringerte sich im Q1 2020/21 um 5,2 %. Hierbei wirkten sich die staatlich auferlegten Restriktionen spürbar negativ auf Classic Fine Foods und in Japan aus. Beeinträchtigt durch negative Wechselkursentwicklungen, insbesondere in Indien, sank der berichtete Umsatz um 13,4 %.

Der Belieferungsumsatz von METRO ging im Q1 2020/21 deutlich um 31 % auf 0,8 Mrd. € (2019/20: 1,2 Mrd. €) zurück und erreichte einen Umsatzanteil von 13 % (2019/20: 16 %). Auch dieser Rückgang ist auf die staatlich auferlegten Restriktionen in der Gastronomie zurückzuführen, die im METRO Portfolio den größten Belieferungsanteil darstellen.

Zum 31. Dezember 2020 umfasste das Standortnetz 680 Standorte. Im Q1 2020/21 wurde sowohl 1 Standort in Indien als auch 1 Standort in Pakistan eröffnet. 

Ergebnisentwicklung in den Segmenten

Die staatlichen Maßnahmen im Kontext der COVID-19-Pandemie wirkten sich beim EBITDA bei der Mehrheit der Segmente negativ aus. So erreichte in Deutschland das EBITDA bereinigt 67 Mio. € (Q1 2019/20: 76 Mio. €). In Westeuropa (ohne Deutschland) erreichte das EBITDA bereinigt 94 Mio. € (Q1 2019/20: 205 Mio. €), wobei es vor allem in Frankreich zu einem umsatz- und margenbedingten EBITDA-Rückgang kam, der nur teilweise durch Kosteneinsparungen kompensiert werden konnte. Auch in weiteren Ländern wie Italien und Spanien sowie bei Pro à Pro ergaben sich umsatzbedingte EBITDA-Rückgänge.

Des Weiteren trugen negative Wechselkursentwicklungen insbesondere der russischen und türkischen Währung zu dem Rückgang bei. So erreichte das EBITDA bereinigt in Russland 69 Mio. € (Q1 2019/20: 87 Mio. €). Bereinigt um Wechselkurseffekte stieg das EBITDA bereinigt jedoch um 1 Mio. €. In Osteuropa (ohne Russland) erreichte das EBITDA bereinigt im Q1 2020/21 103 Mio. € (Q1 2019/20: 117 Mio. €). Bereinigt um Wechselkurseffekte ging das EBITDA um 3 Mio. € zurück. Das EBITDA bereinigt in Asien erreichte im Q1 2020/21 10 Mio. € (Q1 2019/20: 12 Mio. €). Bereinigt um Wechselkurseffekte ging das EBITDA bereinigt um 1 Mio. € zurück.

Im Segment Sonstige lag das EBITDA bereinigt bei 33 Mio. € und damit 5 Mio. € über dem Vorjahr (Q1 2019/20: 27 Mio. €). Die Beendigung des Schiedsverfahrens mit der kanadischen Warenhauskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) einerseits und die Anpassung der Risikoversorgung aus abgeschlossenen Unternehmenstransaktionen andererseits haben mit rund 10 Mio. € positiv zum Ergebnis des Segments beigetragen.

Das Periodenergebnis entfallend auf METRO Anteilseigner erreichte im Q1 2020/21 99 Mio. €; im Vorjahr lag das Periodenergebnis im fortgeführten Bereich bei 121 Mio. € und im nicht fortgeführten Bereich bei -155 Mio. €.

Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten verringerte sich im Q1 2020/21 auf 0,27 €; im Vorjahr lag das Ergebnis je Aktie im fortgeführten Bereich 0,33 € und im nicht fortgeführten Bereich bei -0,43 €.

Überblick: Finanzkennzahlen

METRO

Mio. € Q1 2019/20 Q1 2020/21 Abweichung
Umsatz 7.548 6.337 -16,0%
EBITDA bereinigt 526 376 -28,6%
Ergebnisbeiträge aus Immobilientransaktionen
1 25
Transformationskosten
0 2 -
EBITDA 527 399 -24,4%
EBIT 327 200 -38,7% 
Ergebnis vor Steuern (EBT) 276 159 -42,4%
Periodenergebnis aus fortgeführten Aktivitäten1 121 99 -18,4%
Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten (€) 0,33 0,27 -18,4%
Periodenergebnis1 -34 99 -
Ergebnis je Aktie (€) -0,09 0,27 -

1 Entfallend auf METRO Anteilseigner.

Segmente

METRO Umsatz (Mio. €) Abweichung (€) Abweichung
(lokale Währung)
flächenbereinigt 
(lokale Währung)

Q1 2019­
/20
Q1 2020
­/21
Q1 2019
­/20
Q1 2020­
/21
Q1 2019­
/20
Q1 2020
­/21
Q1 2019
­/20
Q1 2020
­/21
Gesamt
7.548 6.337 2,2% -16,0% 1,0% -11,2% 1,0% -11,3%
Deutschland
1.347 1.287 -0,4% -4,4% -0,4% -4,5% -0,3% -4,5%
Westeuropa 
(ohne Deutschland)
2.932 2.237 0,4% -23,7% 0,4% -23,7% 0,5% -23,7%
Russland 821 677 2,5% -17,5% -4,9% 6,3% -5,3% 6,6%
Osteuropa 
(ohne Russland)
1.975 1.728 6,1% -12,5% 5,1% -3,5% 5,0% -3,5%
Asien 466
404 5,2% -13,4% 3,4% -5,2% 3,2% -6,4%
Sonstige
7 4 - - - - -
-

EBITDA bereinigt EBITDA EBIT
in Mio. €
Q1 2019
/20
Q1 2020
/21
Abweichung Q1 2019
/20
Q1 2020
/21
Q1 2019
/20
Q1 2020
/21
Gesamt
526 376 -151 527 399 327 200
Deutschland
76 67 -9 76 67 50 40
Westeuropa 
(ohne Deutschland)
205 94 -111 206 94 143 29
Russland 87 69 -18 87 69 71 56
Osteuropa 
(ohne Russland)
117 103 -14 117 103 84 72
Asien 12
10 -3 12 10 2

0

Sonstige
27 33 5 27 56 -24 2
Konsolidierung
1 0 -1 1 0 1 0

 

METRO ist ein führender internationaler Großhändler mit Food- und Non-Food-Sortimenten, der auf die Bedürfnisse von Hotels, Restaurants und Caterern (HoReCa) sowie von unabhängigen Händlern spezialisiert ist. Die weltweit über 16 Millionen METRO Kunden können wahlweise in einem der großflächigen Märkte einkaufen, online bestellte Ware dort abholen oder sich beliefern lassen. Mit digitalen Lösungen unterstützt METRO zudem die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmern und Selbstständigen und trägt damit zur kulturellen Vielfalt in Handel und Gastronomie bei. Nachhaltigkeit ist für METRO ein wesentlicher Pfeiler sämtlicher Aktivitäten, seit 7 Jahren ist METRO im Dow Jones Sustainability Index gelistet. Das Unternehmen ist in 34 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit mehr als 97.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2019/20 erwirtschaftete METRO einen Umsatz von 25,6 Mrd. €.

Zudem berichten wir in unserem Onlinemagazin MPULSE.de über das, was unsere Kunden, Mitarbeiter, Partner und Lieferanten bewegt – und was wir für sie bewegen.